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Selbstbestimmt arbeiten: Wie wir unseren Alltag neu gestalten

Selbstporträt Katja Reetz vor der Flensburger Förde.

Last Updated on 23. Juli 2026 by Katja Reetz Visualcoaching

Kurz zusammengefasst:

  • Urlaub ist keine Rettungsinsel: Wer sich nur von Ferien zu Ferien hangelt, flüchtet vor der eigenen Gestaltungsaufgabe im Alltag.
  • Das Gedankenexperiment: Eine gedankliche Reduzierung der Arbeitszeit um 50 % deckt sofort die Glaubenssätze auf, die uns in der Erschöpfung halten.
  • Vom Reagieren zum Agieren: Die Illusion von Sicherheit existiert nicht mehr. Wer seinen Alltag nicht proaktiv gestaltet, läuft Gefahr, fremdbestimmt im Überlastungs-Szenario zu landen.
  • Die Sommer-Praxis: Eine 4-Schritte-Übung, um aus vertrauten Routinen auszusteigen und wieder selbstbestimmt zu arbeiten.

Ende der Woche starten in NRW die Sommerferien. „Endlich!“, mag manch einer von euch denken. Völlig erschöpft Richtung Strand taumeln, um den Akku irgendwie wieder aufzuladen, bevor der gewohnte Trott von vorne beginnt.

Was aber, wenn wir uns gar nicht mehr von Ferien zu Ferien hangeln müssten, damit das Leben erträglich bleibt? Was, wenn wir lernen, im Alltag wieder selbstbestimmt arbeiten zu können – so, dass die Ferien nicht die Rettungsinsel sind, sondern einfach die Kirsche auf der Sahnehaube?

„Geht nun mal nicht!“, „Zu schön, um wahr zu sein“, „Nicht jede:r kann seinen Job so lieben“, „Manchmal muss man halt in den sauren Apfel beißen.“

Ich kenne diese Argumente nur zu gut. Und ich behaupte ganz frech: Jedes einzelne davon ist eine verdammt gut getarnte Ausrede, um genau so weitermachen zu können wie bisher. Weil das Bekannte so schön bequem ist – selbst wenn es uns schleichend mürbe macht.

Anfang des Monats war ich auf einer Lesung zum Buch „Propaganda for the good“ von Jannis Johannmeier. Ich kann nicht bei allem mitgehen, was dort beschrieben wird. Es gibt definitiv Anteile in mir, die skeptisch bleiben oder sogar in den Widerstand gehen. Aber da ist eben auch ein Anteil, der fasziniert ist: von der Radikalität des Guten.

Daher lade ich dich jetzt zu einem kleinen Gedankenexperiment ein. Einzige Voraussetzung: Du erlaubst dir, dich wirklich einzulassen, statt jede Idee sofort im Keim zu ersticken.

Das Experiment: Kannst du wirklich selbstbestimmt arbeiten?

Stell dir vor, ich verspreche dir, dass du nächstes Jahr um diese Zeit maximal entspannt in die Ferien gehst. Und dafür musst du ab sofort lediglich eines tun: Deine Arbeitszeit – und damit deine To-Do-Liste – radikal um 50 % reduzieren.

Erlaube dir für einen kurzen Moment, diesen Gedanken nicht sofort mit logischen Argumenten wegzubügeln. Was würde das für dich heißen?

Und? Ist es dir gelungen, dich einzulassen? Oder schossen sofort die typischen Einwände hoch?

  • „Schön wär’s, aber wer korrigiert dann die Klausuren?“
  • „Mein Chef springt mir ins Gesicht!“
  • „Dann schaffe ich meine Deadlines nicht.“
  • „Das Geld reicht hinten und vorne nicht.“

Falls du den Raum für eine Sekunde halten konntest: Welche Aufgaben würdest du sofort streichen? Welche Meetings absagen? Und was würdest du mit der gewonnenen Lebenszeit anstellen?

Warum wir lernen müssen, wieder selbstbestimmt arbeiten zu wollen

Bildausschnitt zeigt eine Frau auf einer Wiese sitzend, die ihren weißen Hund streichelt.
Hunde sind wundervolle Lehrmeister, wenn es um das Thema selbstbestimmt arbeiten geht.

Warum halten wir so oft am Alten fest und rennen lieber sehenden Auges in die totale Erschöpfung, statt etwas zu verändern? Weil unser Gehirn es liebt, wenn es eine Situation einschätzen kann. Wir ertragen lieber den vertrauten Überlastungs-Schmerz, als das Risiko des Unbekannten einzugehen.

Das Problem ist nur: Die Illusion von Sicherheit funktioniert heute nicht mehr. Keiner von uns kann sagen, wie sich unsere Arbeitswelt, die Gesellschaft oder das System Schule in den nächsten Monaten entwickeln.

Im Worst Case arbeiten viele von uns nächstes Jahr um diese Zeit tatsächlich 50 % weniger – oder unter völlig veränderten Bedingungen. Weil wir im Burnout landen, weil Stellen gestrichen werden, weil Abteilungen wegrationalisiert werden oder das System kollabiert. Und damit wird das, was sich gerade noch als „zu schön, um wahr zu sein“ las, plötzlich zu einem Horror-Szenario der Ohnmacht.

Derselbe Umstand. Völlig andere Energie. Warum? Weil es eine Frage der Perspektive ist – und davon, ob du selbstbestimmt arbeiten willst und agierst, oder nur noch reagierst.

Wir können die Systeme da draußen oft nicht direkt ändern. Aber wir können aufhören, uns in die Erschöpfung zu flüchten, um der eigenen Gestaltungsaufgabe zu entkommen. Wenn wir nicht lernen, das Neue proaktiv einzuladen, werden wir von den Veränderungen nur noch gelebt, statt dass wir selbst leben.

Selbstbestimmt arbeiten im Sommer: Deine Praxis für mehr Gestaltungskraft

Wenn du den Sommer nutzen möchtest, um aus der reinen Reaktivität auszusteigen und in deiner eigenen Tempo-Architektur anzukommen, lade ich dich zu einer Praxis für die nächsten vier Wochen ein:

Entscheide dich bewusst, das Neue zu entdecken und in dein Leben einzuladen.

  1. Den Bereich wählen: Wähle einen konkreten Bereich (deinen Alltag, deinen Job, deine Abendroutine).
  2. Das Alte reflektieren: Mach dir bewusst, was du bisher dort getan hast. Was ist die alte Routine?
  3. Das Radikale zulassen: Frage dich: Was kann ich radikal anders machen? Trau dich, absurde und abwegige Ideen zu denken. Du erweiterst damit deine Kapazität für das, was überhaupt denkbar ist.
  4. Die Motivation klären: Frag dich, was dich ermutigt, diese neuen Schritte zu gehen. Ist es die Sehnsucht nach echter Lebendigkeit? Nach mehr Autonomie? Oder einfach der Wunsch, endlich wieder am Steuer des eigenen Lebens zu sitzen?

Möchtest du wieder selbstbestimmt arbeiten und deine eigene Gestaltungskraft aktivieren?

Wenn du die Sommermonate nutzen möchtest, um konkrete Schritte der Veränderung zu gehen, dann begleite ich dich dabei. Lass uns gemeinsam die Struktur bauen, die dir deine Energie und Handlungsfähigkeit zurückgibt.


Katja Reetz – Strategische Gestaltung | Visuelle Architektur | Prozessenergie

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