Du liest eine Leseprobe meines monatlichen Impulses. Ein Denkraum für alle, denen Verstehen allein nicht reicht – und die ihr Wissen endlich in echte Wirksamkeit übersetzen wollen.
Vom Reagieren und Funktionieren
Seien wir mal ehrlich. Sowohl beruflich als auch im Privatleben erleben wir zunehmend eine Art Überforderung. Durch Erwartungshaltungen, durch Reaktionen und Ereignisse im Außen, durch Gedanken wie „Müsste man nicht?“, „Man sollte wohl…“, „Kann man eigentlich noch…?“ etc.
Was uns bleibt: Mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, bestmöglich auf das zu reagieren, was an uns herangetragen wird.
Wir beantworten E-Mails, Anrufe und Messenger-Nachrichten, erledigen 1.000 To-dos, die gefühlt immer mehr statt weniger werden, und befolgen nebenbei all die Tipps, die uns das Leben erleichtern sollen. Wir halten Deadlines ein, lesen Headlines – und auf Sport wollen (oder sollen) wir schließlich auch nicht verzichten.
Wir hetzen von Termin zu Termin (beruflich genauso wie privat), um den Anschluss nicht zu verpassen. Stattdessen verpassen wir uns ständig selbst. Wir versuchen, up to date zu sein und uns zukunftsfähig auszurichten, damit uns niemand nachsagen kann, wir seien die Ewiggestrigen.
Die Suche nach der schnellen Lösung ist uns ebenso in Fleisch und Blut übergegangen wie das Wissen um Resilienz, Achtsamkeit und Widerstandsfähigkeit – vermeintliche Voraussetzungen, um diesem Wahnsinn um uns herum zu begegnen.
Und bei all dem merken wir gar nicht, wie wir uns mehr und mehr einschränken, anpassen, angleichen. Wie wir funktionieren in einer Gesellschaft, die so konstruiert ist, dass wir funktionieren müssen und die davon lebt, dass wir durchhalten.
Dass wir dabei nicht ruhiger werden und Zeit mit Dingen verbringen, die uns weder nähren noch präsent sein lassen, fällt uns dabei am wenigsten auf.
Wenn Feedback von außen das Spüren ersetzt
Muss es aber auch nicht. Unsere Autos und Uhren sagen uns schließlich, wann wir eine Pause brauchen, ob wir genug geschlafen, getrunken, gegessen haben oder zu viel Zeit auf Social Media unterwegs sind. Selber fühlen oder wahrnehmen müssen wir das folglich nicht mehr.
Daraus folgt: Wir hören auf, Fehler zu machen, verletzlich zu sein, uns mit anderen zu verbinden, Begegnungen als Begegnungen zu erleben und den Dingen Raum zu geben, die Raum brauchen. Wir rennen einem Ideal nach, ohne zu begreifen dass unser individuelles Ideal nur IN uns zu finden ist, Zeit, Muße und eben Handlungsspielraum benötigt, um sich frei entfalten zu können.
Stattdessen bringen wir uns tagtäglich um unsere Erfahrungen, um unser ureigenes Wissen, unsere Erkenntnisse – und daraus resultierend um die Entscheidungen, die FÜR UNS richtig und stimmig sind und das vielleicht entgegen jeglichen Trends.
Handeln wird zur Farce, selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Handeln sowieso.
Das macht etwas mit uns – als Gesellschaft und als Individuum.
Handlungsspielraum zurückerobern
Wenn ich in diese Energie hineinspüre, dann spüre ich vor allem Resignation, Unmut und eine Menge Überforderung. Und mit diesen Gefühlen beginnt oft der Teufelskreis von vorne. Denn diese Gefühle lassen uns oft nur noch vehementer den vermeintlichen Erwartungen hinterherrennen.
Ich finde, es ist Zeit für ein Innehalten. Nicht als Rückzug oder um uns wegzuducken, sondern um die eigene Energie wieder zu spüren. Um wahrzunehmen, wo wir nur noch reagieren – und wo wir wieder selbst die Richtung vorgeben wollen.
Langfristig ist das die einzige Möglichkeit, im Gespräch mit der Welt zu bleiben, ohne uns selbst darin zu verlieren.
Eine kleine Gedankenkritzelei für dich
Schnapp dir ein Blatt Papier und einen Stift. Kein Lineal, kein Perfektionsanspruch – einfach das, was da ist.
Gib den zwei Kräften in deinem Alltag Form auf dem Papier:
- Der Bereich, der dich fordert: Das ständige Reagieren, die Erwartungen, das Rauschen von außen.
- Dein eigener Handlungsraum: Das, was du heute ganz bewusst und eigenverantwortlich nach deinem eigenen Maßstab bewegst.
Wie diese beiden Räume auf deinem Papier entstehen – ob als Flächen, Kreise, wilde Linien oder feste Grenzen –, entscheidest du im Tun. Es gibt kein Vorbild und kein Schema, das du erfüllen musst. Beobachte einfach, was passiert, wenn du dem Raum auf dem Papier eine eigene Richtung gibst.
Die Übung selbst ist übrigens schon dein erster Schritt zurück in den Handlungsspielraum. Es gibt hier kein „Richtig“ und keine Anleitung, die du brav abarbeiten sollst – denn genau das wäre wieder nur ein Funktionieren.
Nimm dir 5 Minuten Zeit, statt die Übung nur gedanklich zu überfliegen. Mit dem Stift in der Hand wirst du überrascht sein, was sich tatsächlich auf dem Papier zeigt, wenn du dir die Freiheit nimmst, einfach zu machen.
P.S.: Solltest du feststellen, dass dein HandlungsSPIELraum gerade einiges zu wünschen übrig lässt, dann lade ich dich ein, dir diesen SPIELRAUM zurückzuerobern und neue Energie zu tanken.
- Online 16. Dezember bei der nächsten Gedankenkritzeleien oder
- Offline am 22.12.2026 bei einer Kakao-Zeremonie in meinen Räumen in Oerlinghausen, die dich das letzte Jahr noch mal Revue passieren lässt und bei der du loslassen kannst, was dir nicht länger dient.
Lass mich gerne wissen, wie groß dein Handlungsspielraum gerade ist? Wie selbstbestimmt arbeitest du und gestaltest dein Leben? Und wenn du magst, schicke mir gerne deine Kritzelei zu. Ich bin gespannt, was sich dort gezeigt hat. Ich freue mich auf deine Nachricht und antworte dir persönlich.
Liebe Grüße
Deine Katja 🖍
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