Last Updated on 30. Juli 2026 by Katja Reetz Visualcoaching
Letzten Monat bin ich zum ersten Mal dem Impuls von Linda Kunze nachgegangen, um meinen Monat auf eine ganz besondere Weise zu reflektieren: Ich habe mich gefragt, welche 7 Gedanken wirklich hängengeblieben sind.
Einen kurzen Moment war ich versucht, mir schon während des Monats kleine Stichpunkte zu machen. Viel spannender ist es aber tatsächlich, erst am Ende Revue passieren zu lassen, was wirklich hängengeblieben ist.
In einer Zeit, die immer schnelllebiger und gefühlt oberflächlicher wird, ist das eine wunderbare Methode, zum Monatsende kurz innezuhalten und das zu vertiefen, was einen wirklich bewegt hat.
Gedanke Nr. 1: Das Vertrauen in mich wird leichter, wenn ich es im Außen spüre
Mein Selbstvertrauen wächst spürbar, wenn ich spüre, dass andere mir vertrauen und mir zutrauen, eine Herausforderung zu meistern.
Vielleicht hast du das selbst schon erlebt: Jemand spiegelt dir, dass er dich als Expertin wahrnimmt, deine Meinung schätzt und deine Perspektive auf ein Thema sucht. Du wirst bewusst um Unterstützung gebeten und dein Gegenüber vertraut zu 100 % auf deine Kompetenz.
Dieses Vertrauen wirkt wie ein unsichtbarer Vertrag. Es erlaubt dir, ohne Zögern in die Expertenrolle zu schlüpfen. Und genau in dem Moment fällt es dir plötzlich leicht, klar und präzise zu agieren, messerscharf wahrzunehmen und Lösungen zu finden.
Wenn du diesen Mechanismus einmal durchschaut hast, kannst du ihn gezielt für dich nutzen: Versetze dich mental in eine Situation, in der du dich vollkommen kompetent, klar und präsent fühlst – sei es als die gefragte Expertin für dein Thema oder als dein zukünftiges Ich. Wie würde dieses Zukunfts-Ich jetzt vorgehen? Welche Lösungen würde sie finden, welche Perspektiven eröffnen?
Gedanke Nr. 2: Propaganda for the Good

Anfang des Monats war ich auf einer Lesung von Jannis Johannmeier. Seine These in seinem Buch „Propaganda for the Good“ lautet: Es braucht eine Vision, ein positives Zukunftsversprechen, um Menschen emotional zu berühren und zum Handeln zu motivieren.
Dem Grundgedanken kann ich durchaus folgen, auch wenn mein kritisches Ich sofort Einwände gegen diese radikale Vereinfachung findet. Deshalb habe ich in meinem Newsletter, wo ich regelmäßig solche Denkimpulse vertiefe, ein Gedankenexperiment gestartet: Was wäre, wenn wir unsere Arbeitszeit ab sofort um 50 % reduzieren, um nächstes Jahr völlig entspannt in den Sommer zu starten?
Ein Impuls, bei dem sofort alle Bedenken und Ausreden anspringen: Das geht doch gar nicht! Wer soll das schaffen? Das Geld reicht nicht.
Der eigentliche Dreh dahinter: Wir halten diese 50 % für eine unmögliche Utopie. Dabei kann genau dieses Szenario in einem Jahr bittere Realität sein – nur eben von außen aufgezwungen durch Burnout, Stellenabbau oder Systemkollaps. Aus dem gedanklichen Freiraum wird plötzlich ein Horrorszenario der Ohnmacht. Derselbe Umstand, aber eine völlig andere Energie. Warum ertragen wir lieber den vertrauten Überlastungsschmerz, als das Risiko des Unbekannten selbstbestimmt einzugehen? Es wird Zeit, aufzuhören, sich in die Erschöpfung zu flüchten, und die eigene Gestaltungsaufgabe wieder aktiv zu übernehmen.
Gedanke Nr. 3: Die Königsdisziplin im Grenzen setzen: Langjährige Freundschaften
Manche Freundschaften pflegen wir schon seit Kindheitstagen oder zumindest eine so lange Zeit, dass wir bei auftretenden Unstimmigkeiten nicht einfach sagen: „Scheiß drauf!“ und die Freundschaft kündigen.
Stattdessen landen wir mittendrin im Wechselbad ambivalenter Gefühle: halten, aufrechterhalten, ansprechen, schlucken, totschweigen, aus dem Weg gehen, anklagen, beurteilen, verurteilen, Verständnis zeigen…
Mich selbst hat dieses Thema im Juli sehr beschäftigt. Bezüglich einer langjährigen Freundschaft habe ich gespürt, dass es eine Entscheidung von mir braucht, ob und wie ich diese Verbindung weiterführen will. Jedes Mal, wenn ich nach einer Lösung gesucht habe, habe ich aber auch gemerkt, wie komplex es ist. Meine ambivalenten Gefühle haben Tango getanzt, und ich stand dem etwas ratlos gegenüber, weil mir meine eigene Klarheit keine Antworten lieferte, die sich stimmig anfühlten.
Ich habe mir die Zeit genommen, das Diffuse in einem Gespräch mit einer Kollegin zu formulieren und sichtbar zu machen, meine Gedanken zu ordnen und gemeinsam zu schauen, ob ich das unbestimmte Gefühl konkretisieren kann. Nach einigem Hin und Her ist schließlich deutlich geworden, warum es mir bisher so schwergefallen ist, loszulassen.
Es zeigt sich erneut: Manchmal braucht es einen klaren Blick von außen, um den Fokus dahin zu lenken, wo die relevanten Aspekte greifbar werden, statt in der Diffusität zu verschwimmen.
Gedanke Nr. 4 – „Gehe, wohin dein Frageblick träumt, in die äußere Gegenwart“
Dieses Zitat von Rose Ausländer, das mich durch einen Newsletter des Heilnetzes OWL erreicht hat, hat mich tief berührt. Für mich eröffnet sich durch diese Worte eine Weite, die ich in den letzten Monaten ein wenig vermisst habe.
Und für alle, die sich erinnern: Mein Jahresmotto ist WEITUNG. Daher greife ich diese wunderbare Erinnerung auf, um sie auch in der zweiten Jahreshälfte bewusst zu etablieren.
Gedanke Nr. 5: Kein „Passt schon“: Ein Raum ohne Kompromisse
Here we are: Mein neuer Coaching- und Behandlungsraum ist endlich fertig gestaltet! Ich bin unendlich stolz und dankbar, diesen Raum nun nutzen zu können, um mehr Menschen auch hier vor Ort in Oerlinghausen ganzheitlich zu begleiten.
Ich habe diesen Raum sehr bewusst gestaltet, und es ist eine tolle Mischung aus Klarheit und Persönlichkeit entstanden. Ich habe Wände gestrichen, neue und alte Möbel kombiniert, Lampen montiert und so lange geschoben und geruckelt, bis der Raum wirklich meinen Vorstellungen entsprach. Kein „passt schon“, kein „gut genug“, sondern ein „genau so, wie ich es mir vorgestellt habe“.
Und genau das lässt sich auf das Leben übertragen: Wie oft geben wir uns mit etwas zufrieden, gewöhnen uns an einen Kompromiss und begnügen uns mit dem, was ist, statt unsere Wünsche, Bedürfnisse und Träume ernst zu nehmen und umzusetzen?

Gedanke Nr. 6: Der 7er-Zyklus aus energetischer Sicht
In meiner Interventionsgruppe bei Juliane Speer haben wir uns diesen Monat mit dem 7er-Zyklus aus energetischer Sicht beschäftigt – ein spannendes Thema, das noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Verkörperung eröffnet.
Gerade in den ersten 14 Lebensjahren (0–7 und 7–14 Jahre) geht es vor allem darum, wie sicher wir uns in uns selbst und in Verbindung fühlen. Bei vielen Menschen sind die Erfahrungen dieser beiden Phasen nicht vollständig integriert, sodass sie immer wieder in alte Muster zurückfallen: Sie passen sich zugunsten der Zugehörigkeit an, spüren Unsicherheit im eigenen Körper und schaffen es trotz all ihrer Erkenntnisse nicht, ihr volles Potenzial zu entfalten.
Gedanke Nr. 7: Der August…
…wird ruhig. Viele meiner Auftraggeber:innen und Kundinnen sind im Urlaub. Das schenkt mir wertvolle Zeit für die Arbeit im Hintergrund, die in der alltäglichen Geschäftigkeit gerne untergeht:
- Überarbeitung meiner Website
- Zeit für kreative Projekte (weiterarbeiten an meinem Orakelkartenset)
- Akquise von Kooperationspartner:innen
- Ideen für meinen Newsletter sammeln
- Ein neues Freebie kreieren
Und dann freue ich mich noch auf ein ganz besonderes Highlight: Vom 24. bis 29. August findet jeden Morgen und Abend eine kostenlose Session im Heilnetz OWL statt. Eine wunderbare Gelegenheit, sich zu verbinden, die Arbeitsweise der Kolleg:innen kennenzulernen und bewusst in den Tag zu starten oder ihn ausklingen zu lassen. Die Angebote sind offen für alle – schau also gerne vorbei und klink dich kostenlos ein.
Du willst regelmäßig Impulse, die deine Perspektive drehen und deine Prozesse in gerichtete Kraft verwandeln? Im Newsletter gehen wir genau solchen Gedanken auf den Grund.
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