Energiearbeit Persönliches Veränderung

Warum meine Vision in Schweden endete

Last Updated on 10. Mai 2026 by Katja Reetz Visualcoaching

Es gab lange Zeit eine Sehnsucht in mir. Die Sehnsucht nach einem Haus am See, mit einem Steg, der aufs Wasser führt und auf dem ich morgens meinen Kaffe trinken kann. Ein Ort, der mich zugleich erdet, als auch berührt, der etwas in mir zum klingen bringt. 

Diese Idee oder auch das Bild ist entstanden in einem Workshop. Zu einer Zeit, als ich gerade an der Weggabelung stand, an der ich glaubte mich zwischen meiner unbefristeten Festanstellung und einer ungewissen Zukunft als Selbständig entscheiden zu müssen. 

In wieweit diese Sehnsucht also tatsächlich einer tief in mir verankerten Sehnsucht entsprang oder doch eher Resultat von Erwartungshaltungen im Außen war, liest du hier:

Der Druck der glasklaren Zukunft

In dem Workshop damals ging es um Persönlichkeitsentwicklung und Businessaufbau oder allgemeiner ausgedrückt, um meine „True Power“. Folglich lag die Aufgabe eine Vision zu entwickeln, wo ich gerne in 5 bzw. in 10 Jahren sein möchte, nahe. Und diese Frage löste eine ganze Armada von Gedankenkarusells in meinem Kopf aus. 

Alle um dich herum hatten die dollsten Zukunftsräume, spannende Ideen udn klare Vorstellungen. Glasklar udn ohne „wenn“ und „aber“ (zumindest erschien mir das in diesem Moment so. Die meisten konnten sehr konkret beschreiben, wo sie sich in ein paar Jahren sehen. Die Bilder waren zwar oft sehr klischeebehaftet, aber das schien niemanden zu irritieren. 

Und ich? Ich fragte mich, woher ich wissen soll, was in 5 Jahren ist, wenn ich gerade nicht einmal den nächsten anstehenden Schritt entscheiden kann? 

„Fake it till you make it“ – Eine Vision aus der Not:

Um die Stimmen im Kopf ein wenig zu besänftigen und weil zu diesem Zeitpunkt einem suggeriert wurde, dass ein fake it, till you make it, absolut in Ordnung ist, fing ich erst einmal an mich zu fragen, wie ich idealerweise leben wollte. Ein kleines Häuschen, eine Terasse, viel grün drumherum und einen See vor der Tür. Ganz so wie es Peter Fox im „Haus am See“ besingt. 

Und so war denn also die Vision meinem kleines Häuschen am See geboren. Wohlwissend, dass auch diese Vision einem Klischee entsprach.

Die Vision als Plan B ist ein emotionales Ruhekissen:

Ich kann nicht sagen, dass mich dieses Bild in den letzten Jahren kontinuierlich begleitet hat. Spannenderweise tauchte es vornehmlich dann auf, wenn ich spürte, dass ich unzufrieden war. Es war also eher wie Erinnerung an etwas, was möglich ist, als ein konkretes Ziel auf das ich hingearbeitet hätte. Ein Plan B, der in schwierigen Momenten Trost schenkte.

Ankunft im Paradies – und die Stille danach

Bei Sonnenaufgang, Blick von der Terrasse meines schwedischen Holzhäuschen direkt auf den See. Das kommt meiner Vision von Glück  schon ziemlich nahe.
Blick von meiner Terrasse direkt auf den See. Inclusive Sonnenaufgang.
Und der Blick vom See auf das Grundstück und Haupthaus (rechts) und Gästehaus (links).
Elli und ich auf Erkundungstour durch die schwedischen Wälder. Man könnte auch meinen, wir schlendern gerade durch den Teutoburger Wald.

Jetzt gerade, während ich diesen Blogartikel schreibe, sitze ich auf einer Holzterrasse, mit Blick auf einen See, der keine 10 meter entfernt ist und beobachte den Sonnenaufgang. Viel Grün um mich herum und neben mir steht eine Tasse Tee. Ich lebe also meinen Traum. Und doch: das Gefühl von Weite und unbändiger Freude, wie ich es aus anderen Situationen meines Lebens kenne, will sich nicht einstellen. 

1 Monat Schweden  – gedacht, um die Sehnsucht zu stillen. 1 Monat mitten drin im Bullerbü-Paradies. Ein Traum. Aber eben nicht meiner.

Die Souveränität des nächsten Schritts – ganz ohne Vision

Es gibt Orte, die ich in den letzten Jahre besucht habe, in denen mein Herz ganz warm und weit wurde. Orte, die mich zu Tränen gerührt haben, weil ich so sehr ihre Energie spüren konnte. Hier ist das nicht so. 

Liegt das an dem Traum? An der Idee, die aus der Not, dem Mangel heraus entstanden ist? Oder liegt es daran, dass ich statt ständig dieser einen Vision nachzujagen, Schritt für Schritt kontinuierlich und mit offenem Herzen genau das Leben gestaltet habe, was ich leben will. Und das der See vor der Tür dafür nur eine sehr nebensächliche Rolle spielt? 

Ich bin froh, dass ich diesen Sommer den Schritt gegangen bin, der Sehnsucht zu folgen. Um zu erkennen, dass es im Leben nicht um eine Vision geht, nicht um das Ideal, sondern darum tagtäglich Entscheidungen für sich zu treffen. Zu erkennen, dass sowohl das Glück, als auch die Zufriedenheit bereits vorhanden sind. 

Ja, ich habe damals gekündigt und mich selbständig gemacht. Vielleicht hat mir das Bild von dem kleinen Haus am See dabei geholfen. Vielleicht war es das Zünglein an der Waage. Aber vor allem war es meine Offenheit, meine Neugierde und der Mut, meinem Herzen zu folgen. 

In diesem Sinne genieße ich nun den restlichen Mai in dieser schönen Umgebung.

Wie ist das bei dir? VWillst du lernen, wieder mehr auf deine eigenen Impulse zu vertrauen, statt starren Visionen hinterherzulaufen? In meinem Newsletter teile ich regelmäßig Impulse zu Strategischer Gestaltung und der Energie im Prozess. Wenn du noch nicht dabei bist, melde dich hier an und begleite mich bei den nächsten Schritten.

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