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7 Gedanken im September

Selbstporträt Katja Reetz, über ihr der blaue Himmel. Überschrift in weiß: 7 Gedanken im September. Über räum, Prozessenergieund ie Sehnsucht nach Veränderung.

Last Updated on 29. September 2026 by Katja Reetz Visualcoaching

Auch diesen Monat folge ich der Einladung von Linda Kunze und teile 7 Gedanken, die mich im September beschäftigt haben.

Ich bin jedes Mal wieder überrascht und berührt, welche Gedanken es am Ende sind, die so präsent waren, dass sie einen Platz in dieser Auflistung ergattern.

Klar hilft die Struktur, die Linda zur Orientierung vorgibt. Aber sobald ich meinen ersten Gedanken niedergeschrieben habe, kommen die restlichen Gedanken fast von selbst.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und bin gespannt, welche Gedanken dich im September beschäftigt haben. Teile es gerne in den Kommentaren mit mir.

Statt Ablenkung hat mir der September jede Menge Raum geschenkt

Mein August war geprägt von jeder Menge Ablenkung im Feld. Es ist mir schwergefallen, mich zu konzentrieren, ich habe (für meinen Geschmack) viel zu viel Zeit auf Sozial Media verdaddelt und vieles von dem, was ich mir vorgenommen habe, ist liegengeblieben oder sogar hinten runtergefallen.

Dann kam der September – und der hat definitiv eine ganz andere Form von Energie mitgebracht. Ich habe viel gelesen, war wenig online, habe nicht ständig meine E-Mails gecheckt, sondern den Rechner gerne einfach mal ausgelassen. Stattdessen habe ich viel analog gearbeitet. Ich habe mir die Freiheit geschenkt und den Raum genommen, weit weg vom Schreibtisch neue Texte zu schreiben, meinen Arbeitstag auf dem Sofa sitzend zu beginnen oder bewusst „nur“ absolut Dringliches zu erledigen.

Ich habe viel gemalt und gezeichnet, das erste Mal Sauerteigbrot gebacken und Geburtstagskarten gebastelt. Und es hat sich herrlich entspannt angefühlt.

Stillleben mit Palette, Skizzenbuch und Pinseldose von oben fotografiert.
Ich mag es sehr, wenn ich mir den Raum gebe mit Formen und Farben zu experimentieren ohne gleich ein Ergebnis im Kopf haben zu müssen.

Das, was sich im August noch unvorstellbar angefühlt hat, war auf einmal meine neue Wirklichkeit. Das zeigt mir wieder einmal: Manche Veränderungen brauchen Zeit und Raum, um sich entfalten zu können.

Geduld oder das Anerkennen der ureigenen Prozessenergie

Die meisten Menschen tun sich schwer damit, Veränderungen im Leben zuzulassen. Da wird relativ lange am Bestehenden festgehalten, auch wenn dieses sich nicht mehr richtig und stimmig anfühlt. Das erlebe ich in meinen Beratungen immer wieder.

Wenn dann nach langem Hin und Her, vielem Abwägen doch eine Entscheidung FÜR die Veränderung getroffen ist, dann soll diese bitte auch sofort passieren. Für alle sichtbar, spürbar und am besten noch nachvollziehbar.

Was aber, wenn wir Veränderung als Prozess betrachten, anstatt als eine einmalige Entscheidung? Ich bin davon überzeugt, dass Veränderung eine uns stetig begleitende Komponente unseres Lebens ist. Ob wir wollen oder nicht. Und das wiederum schenkt uns neuen Handlungsspielraum:

  • Schritt für Schritt zu gehen, immer wieder mit uns einzuchecken und ggf den Kurs zu korrigieren, wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt.
  • Es nimmt Erfolgs- und Erwartungsdruck. Veränderung wird so nicht als Bedrohung erlebt, sondern als Möglichkeit, das eigene Tun und Handeln zu erforschen.
  • Die Angst vor Fehlentscheidungen nimmt dadurch automatisch ab und Entscheidungen können schneller, einfacher und unkomplizierter getroffen werden.
  • Wir geben uns immer wieder Zeit, die Veränderung zu integrieren, statt uns zu überfordern.
  • Uns wird bewusst, dass manche Dinge ihre Zeit brauchen. „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“ wird so zur gelebten Realität.
Sketchnote in schwarz weiß, mit einer Figur die auf einem Stuhl sitz, sich zurücklehnt, die Beine überschlagen auf dem Tisch abgelegt und eine Feder in der linken Hand haltend.
Manchmal braucht es Leichtigkeit im Augenblick.

Ich mag den Gedanken sehr und lade dich ein: Welche neuen Möglichkeiten würden sich dadurch für dich erschließen?

Der Rechtsruck lässt mich nicht unberührt

Was tun gegen die politische Entwicklung in diesem Land? Das ist eine Frage, die mich immer stärkere umtreibt und mich zugleich mit meiner eigenen Überforderung und Hilflosigkeit konfrontiert.

Als feinfühliger Mensch kann ich die Frustration, den Unmut, aber auch die Sehnsucht nach Klarheit und Sicherheit fühlen, die viele Menschen bewegt, sich immer weiter dem rechten Spektrum zuzuwenden.

Gleichzeitig kann und will ich nicht verstehen, warum erschreckend viele Menschen glauben, die AfD sei eine Alternative. Ich wünsche mir so sehr, dass mehr Menschen erkennen, dass sie damit nicht das kleinste Übel wählen, sondern unsere Demokratie gefährden.

Aber wenn wir immer nur überheblich verurteilen, dass jemand rechts wählt, bewirkt das meist das Gegenteil von dem, was wir beabsichtigen. Es verhärtet die Fronten. Gleichzeitig verstehe ich, dass die momentane Politik für viele wenig verlockend klingt: Warum sollte man sich für etwas engagieren oder Mehrbelastungen in Kauf nehmen, wenn das Angebot weder hilft noch die eigene Situation spürbar verbessert?

Es braucht eine Vision, mit der sich Menschen identifizieren können – etwas, wofür sie bereit sind, sich einzusetzen. Antoine de Saint-Exupéry hat einmal gesagt: „Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Genau diese Sehnsucht nach einer positiven Zukunft fehlt mir aktuell in der Politik.

Scham spielt hierbei ebenfalls eine große Rolle: Ein Gefühl, das wir alle kennen und das so unangenehm ist, dass wir verdammt gute Strategien entwickelt haben, uns davor zu schützen. Angriff als Verteidigung ist definitiv eine dieser Strategien.

Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Ich wünsche mir mutige Entscheidungen von Politiker:innen. Entscheidungen FÜR dieses Land und FÜR die Menschen (für ALLE Menschen) dieses Landes.

Was ich dazu beitragen kann? Noch habe ich keine Antwort auf diese Frage, die mich zufriedenstellt. Ich spüre den Druck, etwas Großes tun zu wollen. Und gleichzeitig weiß ich, dass ich viel eher der Typ bin, im Kleinen zu agieren. Falls du Ideen hast: Immer her damit!

Luisa Neubauer bei Hotel Matze

Dieses feine Interview ist mir sehr, sehr im Gedächtnis hängen geblieben. Ich bin jedes Mal erneut beeindruckt von der Grundhaltung, mit der Luisa Neubauer durchs Leben geht.

Sie kämpft für die Sache, benennt klar Missstände, bezieht Position. Nicht aus einer Betroffenheit heraus, sondern aus einer grundlegend positiven Haltung dem Leben gegenüber. Und das schließt auch ein, immer die Menschen hinter dem Debakel zu sehen.

Vor so viel Souveränität ziehe ich meinen Hut und ich finde, wir können uns alle eine Scheibe davon abschneiden. Absolute Hörempfehlung.

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Wenn Worte fliegen und Bilder sprechen lernen

Seit Mitte September gebe ich im örtlichen Jugendzentrum einen Storytelling- & Illustrationsworkshop für Kinder. Nach den ersten zwei Terminen habe ich noch überlegt, ob das, was ich da anbiete, nicht vielleicht doch etwas anspruchsvoll ist, weil sich die Kinder auf zwei Dinge gleichermaßen konzentrieren müssen.

Und dann haben sie mich beim dritten Termin einfach absolut überrascht: Wir haben kleine Elfchen, Haikus und Limericks geschrieben und diese dann entsprechend illustriert. Was dabei herausgekommen ist, hat mich wirklich sprachlos gemacht.

Die Kinder sind nicht nur super kreativ mit den Gedichtformen umgegangen, sondern haben auch wirklich sehr passende Bildideen gefunden und ihre Texte mit tollen Zeichnungen ergänzt. Ich könnte nicht stolzer sein.

September – After-Summer-Blues

Mit dem September sind wir irgendwie holterdiepolter in den Herbst gestolpert. Zumindest hat es sich für mich so angefühlt.

Und ich muss gestehen: Ich war noch nicht bereit dafür.

Mein Blick aus dem Fenster zeigt mir die ersten verfärbten Blätter an den Bäumen. Mit der Tag-und-Nacht-Gleiche sind nun die Nächte wieder länger als die Tage, und an all dem ändern auch die letzten wirklich warmen Tage nichts.

Ein bisschen fühle ich mich wie Frederick, die Maus, die während des Sommers Farben und Geschichten sammelt, um dem trüben Winter zu trotzen. Welche Sommergeschichte würdest du diesen Winter gerne noch erzählen können?

Goldener Oktober

Nichtsdestotrotz freue ich mich auch auf den Oktober. Denn in diesem letzten Quartal warten noch ein paar spannende Projekte und Workshops auf mich:

  • Den Start macht am 16. Oktober eine #gedankenkritzelei. Tatsächlich ist es schon eine Weile her, dass ich die letzte Gedankenkritzelei angeboten habe, daher freue ich mich gerade umso mehr. Denn Kritzeln und Zeichnen liefert nicht nur Antworten auf die Fragen, die dich gerade umtreiben, sondern verbindet dich vor allem mit deiner Selbstwirksamkeit. Statt nur auf die Dinge zu reagieren, die uns im digitalen Zeitalter vor die Nase gesetzt werden, ermöglichen die Gedankenkritzeleien dir, konkret zu handeln.
Eventbrite-Ankündigung zu der Veranstaltung #gedankenkritzelei am 16.Oktober 2026
  • Weiter geht es mit der Heilnetz-Akademie vom 19.10. bis 23.10.2026. In diesem Rahmen biete ich einen Workshop an, der die eigene Kreativität aktiviert. Die brauchen wir nämlich ganz unbedingt – in der Gestaltung des eigenen Business genauso wie für die gesunde Gestaltung unserer Begegnungen mit anderen.
  • Am 13.10.2026 gibt es einen Vortrag zum Thema Selbstfürsorge für Lehrer:innen in Köln. Westermann-Verlag
  • Am 12.11.2026 gibt es zum gleichen Thema einen Workshop von BiConnected
  • Am 24.11.2026, ebenfalls für Lehrkräfte, tauche ich ein in die Welt der Sketchnotes und des visuellen Denkens.
  • Neben den Gruppenformaten habe ich für den Oktober noch vereinzelte Plätze für 1:1-Begleitungen frei. Wenn du gerade an einem Punkt stehst, an dem du deine eigenen Themen visuell sortieren, Klarheit gewinnen oder deinen nächsten Schritt kraftvoll ausrichten möchtest: Schreibe mir gerne eine Nachricht oder melde dich direkt bei mir.

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