Energiearbeit Visual Coaching

Wendepunkt statt Sackgasse: Wie du durch innere Klarheit wieder handlungsfähig wirst

Last Updated on 10. Februar 2026 by Katja Reetz Visualcoaching

Du musst deine innere Klarheit finden, um Veränderung möglich zu machen.

“Veränderung“ – das klingt oft nach einem strukturierten Projektplan, nach Meilensteinen und To-do-Listen. Doch in meiner Praxis begegne ich meistens einem viel ehrlicheren Moment: jenem Punkt, an dem das alte Muster nicht mehr trägt, aber das neue noch im Nebel liegt. Ich nenne das den inneren Wendepunkt.

Es ist dieser Zustand, in dem wir eigentlich alles wissen, uns aber trotzdem wie festgefroren fühlen. Wir wälzen Pro- und Kontra-Listen und hoffen, so endlich die innere Klarheit finden zu können, die uns die Entscheidung abnimmt. Doch echte Klarheit entsteht selten durch noch mehr Nachdenken – sie braucht ein Hinspüren, das uns tief im Inneren wieder wirklich handlungsfähig macht.

Anhand von drei Beispielen aus meiner Begleitung möchte ich dir zeigen, wie dieser Weg vom Nebel zur Entscheidung aussehen kann.

Silke* – wenn die eigenen Zweifel zum größten Stolperstein werden

Silke hat mich gleich zu Beginn des neuen Jahres kontaktiert. Sie hatte meinen Jahresrückblick 2024 gelesen. In einem Absatz beschreibe ich dort einen Moment der Selbstsabotage und was er mich gelehrt hat. In meiner Beschreibung hat Silke ihre eigenen Muster wieder erkannt, die sie immer wieder daran hindern, ins Handeln zu kommen. Sie war an einem Punkt, an dem das “Warten auf später” unerträglich geworden ist.

So sind wir im Januar in eine dreimonatige Begleitung gestartet und haben aufgeräumt. Schicht für Schicht, Feld für Feld, um den Raum freizulegen, den die Zweifel besetzt hielten. Wir haben uns angeguckt, wer oder was immer wieder in ihr Zweifel entfacht. Und haben uns auf die Suche nach dem Ursprung gemacht, warum sie trotz ihrer Reflektiertheit und ihres Wissens auf der Stelle tritt.

Innere Klarheit finden – Visual Coaching Beispiel
Innere Klarheit finden – Ein Beispiel, wie sich das auf dem Papier zeigen kann.

Vom Nebel zur Form: Den Zweifeln ein Gesicht geben

Silke hat ihren Zweifeln ein Gesicht gegeben. Ganz konkret! Sie hat sie gezeichnet und dabei herausgefunden, dass diese Zweifel sie vor möglichen negativen Erfahrungen schützen wollen. Durch die Kritzelei wurden sie greifbar, statt Silke ständig hinterrücks zu sabotieren. Und sie konnte erkennen, das es neben den eigenen Erkenntnissen auch einen sicheren Rahmen braucht, um loszugehen.

Wessen Stimme spricht da eigentlich? Das Erbe der anderen

Wir haben uns auch die Interaktionsfelder zu ihrer Mutter und zu einem ehemaligen Chef angesehen. Hier wurden ganz bewusst Zweifel gesäht bzw. an Silke weitergegeben. Zum einem um die eigenen Unsicherheiten zu kaschieren, zum anderen um das Potential von Silke zu schwächen. Eng damit verknüpft war das Thema Schuld. Beides war also nicht das Eigene, hat aber dazu geführt, dass Silke sich, immer wieder ausgebremst hat.

Nachdem Silke die Zusammenhänge erkannt hat und ihre Zweifel als Sparringspartner sehen konnte, standen diese ihr nicht länger im Weg. Klar melden sie sich immer mal wieder. Silke ruht aber inzwischen so stabil in sich, dass sie diese Momenten nicht mehr (dauerhaft) aus der Bahn werfen. Sie hat gelernt sich selber zu regulieren und diesen Schatten zu begegnen. Und auch mit Zweifeln den nächsten Schritt zu gehen. Indem Silke die Schuld dort ließ, wo sie hingehörte, wurde ihre Energie frei für das, was sie wirklich gestalten wollte.

Thula* – Wenn die Berufung nichts mit dem Beruf zu tun hat.

Thula ist eine lebendige, lebensfrohe Frau Anfang 50, die zu mir ins Coaching kam, weil sie sich beruflich neu orientieren wollte. Sie hatte ein klares Ziel vor Augen und mindestens 100 Gründe, die ihrer Meinung nach dagegen sprachen. Nichts desto trotz beharrte sie darauf, dass sie mit mir gemeinsam erarbeiten wollte, wie sie ihrem Ziel näher kommen könne.

Mir war relativ schnell klar, dass es wenig Sinn ergeben würde, sie vom Gegenteil zu überzeugen. In diesem Fall brauchte es ihre eigene innere Erkenntnis, was tatsächlich hinter ihrem Thema steckte. Also legten wir zunächst damit los, die nächsten Schritte Richtung ihres definierten Ziels auszuarbeiten. Sie war begeistert, motiviert und der Überzeugung, dass sie nun sofort in die Umsetzung starten könne.

Wenn Logik nicht ausreicht: Die Sackgasse der Umsetzungsenergie

Bei der Umsetzung dieser Schritte jedoch, die alle in sich logisch und stimmig waren, regte sich dann großer Widerstand in ihr. Sie beschrieb es als Lustlosigkeit gepaart mit Überforderung. Immer noch in dem Glauben, dass es doch lediglich den richtigen Zugang bräuchte, den einen Schlüssel, damit sie loslegen konnte.

Berufung ist kein Jobtitel – sondern eine Seinsweise

In der dritten Session forderte ich sie auf, ihren bisherigen beruflichen Lebenslauf aufzuzeichnen und die verbindenden Komponenten sichtbar zu machen. Und damit wurde ihr klar, worum es eigentlich ging. Nicht um eine berufliche Neuorientierung. Sondern um ihre Berufung. “Ich versprühe Liebe und Kreativität.”

Mit dieser Klarheit im Gepäck hörte der Kampf gegen sich selbst auf. Thula musste nicht mehr ‘werden’, sie konnte einfach ‘sein’ – und aus diesem Sein heraus die nächsten beruflichen Schritte gehen, die sich nun nicht mehr wie Arbeit, sondern wie Ausdruck ihrer selbst anfühlten.

Innere Klarheit finden – Visual Coaching Beispiel
Und auch so kann ein Bild aussehen, das innere Klarheit schenkt.

“Vielen Dank für das wertvolle Coaching und deine Fähigkeit umzuschwenken von Jobsuche auf Wahrheitsfindung. Ich bin wirklich dankbar für unsere Begegnung.”

Pia* – Wenn die Erlaubnis, der Neugierde zu folgen, zum Neuanfang führt

Als Pia zum ersten mal in mein Coaching kam, war die Verzweiflung groß. Sie war erst 6 Monate zuvor aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt gezogen und merkte nun, dass sie sich mit dieser Entscheidung nicht wohl fühlte. Vor allem, weil ihr Alltag sich ganz anders gestaltete, als sie es sich vorgestellt hatte.

Das Ende der Logik: Wenn Listen nicht mehr weiterhelfen und verhindern innere Klarheit finden zu können

Pia hatte sich im Vorfeld schon sämtliche Pro- und Kontra-Argumente zurecht gelegt. Sie hatte alles genau durchdacht und war dennoch gefangen in ihrer eigenen Unentschlossenheit. Ich bat sie, die Situation visuell auf dem Papier darzustellen und dafür das Material ganz intuitiv zu nutzen, wie es sich für sie stimmig anfühlte.

Auf dem Papier zeigte sich dann die neue Stadt und der Job in erdigen Tönen, dunkel, strukturiert, fast wie einzelne Bausteine, die übereinander gestapelt waren. Die Alternative, wieder zurückzuziehen und einen beruflichen Neuanfang zu wagen, zeigte sich bunt, kreativ, blumig, lebendig. Dafür aber weniger absehbar.

Die Kompassnadel Neugier: Wie wir innere Klarheit finden, wenn Logik versagt

Mit diesem Bild wurde Pia bewusst dass sie sich nach dem unfertigeren Weg sehnte, denn der löste in ihr Neugierde aus. Und Neugierde war bisher immer für sie etwas, dass ihr wie eine Kompassnadel den Weg anzeigte und der sie nun bewusst folgen wollte. Indem Pia sich im Coaching erlaubte, der Neugierde mehr Gewicht zu geben als der Sicherheit, fiel die Last der Fehlentscheidung von ihr ab.

Nur zwei Wochen später rief Pia mich an, um mir zu erzählen, dass sie gerade nach einer Hospitation in ihrer alten Heimatstadt spontan ein Angebot bekommen habe, dass zu schön sei, um wahr zu sein und somit ihrem Plan zurückzuziehen nun nichts mehr im Wege stehe.

Das Fazit: Die Verbindung schaffen

Drei Frauen, drei völlig unterschiedliche Wege – und doch ein gemeinsamer Kern: Silke, Thula und Pia haben nicht darauf gewartet, dass sich die Umstände im Außen wie durch Zauberhand ändern. Sie haben den Mut gefunden, an ihrem inneren Wendepunkt innezuhalten und genau hinzuschauen.

Ob es darum geht, den eigenen Schatten zu begegnen, die eigene Essenz von der Berufsbezeichnung zu trennen oder der Neugierde wieder die Führung zu überlassen: Am Ende steht immer die Klarheit. Eine Klarheit, die sich nicht mehr nur nach einer Theorie im Kopf anfühlt, sondern die Füße wieder in Bewegung setzt.

Und du? Stehst du gerade an deinem eigenen Wendepunkt?

Vielleicht hast du – genau wie Thula – schon 100 logische Gründe gesammelt, warum alles so bleiben muss, wie es ist. Oder du steckst wie Silke in den Zweifeln fest, obwohl du „eigentlich“ alles weißt.

Manchmal braucht es keinen weiteren Plan, sondern jemanden, der mit dir die Schichten sortiert, bis deine eigene Kompassnadel wieder sichtbar wird. Damit aus dem „Eigentlich müsste ich …“ endlich ein klares „Jetzt kann ich“ wird.

Lass uns gemeinsam aufräumen und deine Handlungsfähigkeit zurückholen.

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